Herbstlicher Genuss: Caramel Apple Cheesecake

Wenn man sich zwischen Apfelkuchen und Cheesecake nicht entscheiden kann, gibt es eine Lösung!

…und die schmeckt mit ihrer leckeren Schicht aus Karamell und gerösteten Pecanüssen fast besser als beides zusammen!

Aber wie komme ich auf diese Kombination, die so absolut hervorragend in diese Jahreszeit passt?

 

Caramel Apple Cheesecake veganisiert

Caramel Apple Cheesecake – ein Traum für jedes herbstliche Kaffeekränzchen

Es fing alles in New York an…

Im Jahr 2011 (es ist viel zu lange her!) verbrachte ich die Herbstferien im Big Apple und erfüllte mir einen Herzenswunsch. Ein Trip in die „Stadt, die niemals schläft“ stand nämlich schon seit frühester Kindheit auf meiner Bucket List.

Gewohnt habe ich bei der liebenswerten Simone. Sie vermietet drei Gästezimmer in ihrer tollen Altbauwohnung, die direkt am Central Park liegt und von der aus alles wunderbar erreichbar ist. Vor allem aber fühlt man sich nicht wie ein Tourist, sondern erlebt New York City wie ein Bewohner und kann sich Abends in netter Runde an Simones Wohnzimmertisch mit anderen Reisenden austauschen. Ich kann es nur empfehlen und falls ihr bei ihr bucht: Grüßt sie von mir!

An dieser Stelle würde ich gerne von all meinen Eindrücken und Erlebnissen berichten, aber es geht ja hier um einen Kuchen – daher nur eins: JA, es lohnt sich, diese Stadt zu besuchen. Ich habe noch nie in so kurzer Zeit so viele schöne Eindrücke und nette Gespräche gehabt und eins ist klar: Ich komme wieder!

Picture by Ryan McGuire

New York City – Heimat der Magnolia Baker und vieler Köstlichkeiten (Photokredit: Ryan McGuire/ Pixabay)

An unserem letzten Tag – wir hatten für Nachmittags das Taxi zum Flughafen JFK bestellt und noch den ganzen Vormittag zur Verfügung – arbeiteten wir nach einem Frühstück in Brooklyn noch einen weiteren Punkt unserer Sehenswürdigkeitenliste ab und besuchten das Greenwich Village (wunderschön!) und schlenderten die Bleecker Street hinauf.

Magnolia Bakery

Auf einmal standen wir vor einer niedlichen, kleinen Bäckerei mit einem Schaufenster voller unfassbarer Köstlichkeiten. Aha, die berühmte Magnolia Bakery – davon hatte ich schon mal gehört!

Damals noch vegetarisch unterwegs, erstanden wir eine Auswahl köstlicher Cupcakes und Brownies und einen Kaffee, setzten uns auf eine der berühmten Haustreppen im Village und waren im 7. Zuckerhimmel. Ich kriegte mich gar nicht mehr ein, so lecker fand ich alles. Ganz klar, dass ich nochmal hineingehen musste und das Backbuch der Gründerinnen kaufen, denn so etwas Tolles wollte ich auch mal backen!

(Hier geht es zum Buch, es ist kein Affiliatelink!)

Übrigens haben die Gründerinnen die Bakery längst verkauft und es wurde inzwischen ein Franchiseunternehmen mit Filialen in mehreren Bundesstaaten und auch Dubai daraus.

Aber zurück zum Thema: In diesem Buch befinden sich auch herrliche Cheesecakerezepte und kaum war ich wieder in Deutschland, wurde sofort der „Caramel Apple Cheesecake with Pecan Crust“ daraus gebacken, vor genau 6 Jahren also.

Vegan Foodnerd Apfelkuchen Cheesecake

Caramel Apple Cheesecake – saftig, süß, nussig… ein Traum!

Warum dann 6 Jahre vergehen mussten…

…kann ich jetzt auch nicht mehr sagen, aber das Backen war tatsächlich damals einer der Gründe, die mich von einem endgültigen Schritt zur veganen Ernährung abhielten.

Es war Anfang 2013, ich hatte mich inzwischen so ziemlich auf Magnolia-Style-Cupcakes und Backwaren spezialisiert und konnte mir nicht vorstellen, das alles aufzugeben.

Gerade die tollen Cremes auf Frischkäsebasis fand ich unersetzlich und was bei anderen der Käse ist, der oft als letzte Hürde zum Veganismus gilt – bei mir war es der Frischkäse in den Cupcakecremes. Ich mochte ihn gar nicht auf Brot, auch Käse aß ich sehr selten und wenn dann eher zu Pastagerichten.

Immer mehr las ich über vegane Ernährung, immer größer wurde die Einsicht und irgendwann entschied ich mich für den endgültigen Schritt und das Buch durfte seither zwischen meiner schnell und stetig wachsenden Armee veganer Koch- und Backbücher ein Schattendasein führen. Das war schon ein Privileg, denn die meisten Backbücher aus dieser Zeit habe ich verschenkt.

 

Caramel Apple Cheesecake

Happy Birthday with Cheesecake

Das vegane Revival

Wie auch damals war ein Geburtstag der Anlass, diesen Kuchen zu backen. Ich glaube, das Geburtstagskind konnte sich nicht entscheiden, denn ich hatte gefragt, welchen Kuchen ich machen soll: Apfelkuchen? einen Nusskuchen oder lieber Cheesecake? Muffins? Die Antwort war: Apfelkuchen. Ach nee, Cheesecake! Oder nein doch lieber Apfelkuchen! Oder?

Ha! Mir fiel das Buch ein und sofort war klar: Der Klassiker wird modifiziert und veganisiert!

Und so geschah es.

Noch eine wichtige Info: Dieser Kuchen lässt sich nicht spontan backen. Es ist zwar wenig Aufwand in den einzelnen Arbeitsschritten, er sollte aber trotzdem am Vortag begonnen werden! 

Zuerst nahm ich mir die Käsemasse vor. Das war einfach, denn vegane Cheesecakes hatte ich nun wirklich schon unzählige gebacken!

Cheesecake

Cheesecake zu veganisieren ist wirklich kein Hexenwerk!

Man kann bei veganem Cheesecake eigentlich kaum etwas falsch machen. Egal ob man Sojajoghurt, Seidentofu oder Tofu nimmt – es gibt für alles ein Rezept. Ich habe festgestellt, dass für mich am besten eine Mischung aus Joghurt und Tofu funktioniert:

Der Tofu sorgt für eine etwas festere Konsistenz, wie sie auch Frischkäse mitbringt (American Cheesecakes werden mit festem Frischkäse gebacken, nicht mit diesen streichzarten Sorten, die wir hier kennen).

Der Joghurt hingegen sorgt für das frische, säuerliche Aroma. Mit Zitronensaft wird dies noch hervorgehoben.

caramel Apple Cheesecake

Die Apfelschicht kommt auf den Cheesecake

Die Apfelmasse

In den USA ist der Lieblingsapfel zum Backen der Granny Smith. In Deutschland gehört er leider nicht zu den regionalen Sorten. Ich mag ihn gerne und ab und an erlaube ich mir mal einen, denn leider werden sie bei uns importiert. Für diesen Kuchen funktioniert der heimische Elstar gut, denn er ist säuerlich aber fester als der Boskop und zerfällt daher nicht so schnell. Für diesen Kuchen soll der Apfel zwar weich, aber nicht matschig werden.

Die Kruste

An der Kruste bzw. dem Boden habe ich nicht viel verändert. Durch die gerösteten, gemahlenen Pecanüsse besteht erhöhte Teig-Nasch-Gefahr! Ich denke, aus dieser Mischung lassen sich sicher auch tolle Cookies backen!

 

Caramel Apple Cheesecake vegan

Caramel Apple Cheesecake – so lecker!

 

Das Karamell und seine Tücken

Ich muss zugeben, dass ich mich bisher vor der Herstellung von veganem Karamell gedrückt habe. Ich glaube sogar, dass das Karamell, das ich 2011 für diesen Kuchen gemacht habe, das letzte Mal war. Zumindest kann ich mich nicht mehr daran erinnern, wie es geklappt hat, aber ich hatte damals ein gutes Ergebnis.

Das habe ich letzten Endes auch hier erzielt, aber es hat 3 Anläufe gedauert: In vielen, veganen und nicht veganen, Karamellrezepten steht, dass man immer wieder rühren soll. Die ersten beiden Male erzielte ich nur, dass der Zucker nach 20 Minuten wieder kristallisierte.

Wenn euch das passiert: Schmeisst das Ergebnis nicht weg, sondern kippt einfach wieder etwas Wasser dazu und versucht es erneut. Bei mir hat es dann endlich geklappt, nachdem ich gar nicht mehr gerührt habe, sobald das Zuckerwasser gleichmäßig siedete.

 

Caramel Apple Cheesecake

Die Pecanüsse sorgen für ein besonderes Aroma!

 

Rezept: Caramel Apple Cheesecake mit Pecanüssen

Für eine Springform mit 24 cm Durchmesser

Zubereitungszeit:

Cheesecakemasse 10 Minuten, Teig 10 Minuten, Apfelmasse 20 Minuten, Karamell 15-25 Minuten

Backzeit: 

Kruste (Boden) 10 Minuten, gesamter Kuchen 45 -50 Minuten 

Abkühlzeit:

Am besten über Nacht, mindestens 6 Stunden

Die Pecanuss- Kruste

  • 200 g Pecanusskerne (bitte ersetzt sie nicht durch Walnusskerne! Es müssen Pecanüsse sein!)

-> heizt den Backofen auf 180° C und verteilt die Pecanusskerne auf einem Backblech. Röstet sie auf mittlerer Schiene etwa 10 Minuten (bleibt dabei, das verbrennt schnell) bis sie aromatisch duften.

Lasst den Backofen an.

Lasst sie lange genug abkühlen und zermahlt dann die Hälfte (100 g) davon im Mixer. Die anderen 100 g stellt ihr für später beiseite.

  • 100 g von den o.g. Pecanusskernen
  • 180 g Dinkelmehl (für eine glutenfreie Variante würde ich Bauck Mehlmix nehmen!)
  • 130 g kalte Alsan in kleine Stückchen geschnitten
  • 1/2 Paket Backpulver
  • Prise Salz
  • 1/4 TL Zimt
  • 85 g Vollrohrzucker

-> Alles gut verkneten, ausrollen und die eingefettete Springform damit auslegen, den Rand etwa 2 cm hochziehen.

Wenn der Teig sich nicht gut verarbeiten lässt, stellt ihn noch mal für 15 Minuten in den Kühlschrank!

-> Die Kruste nun 10 Minuten bei 180° C in der Mitte des Backofens backen.

Herausholen und die Temperatur auf 160° herunter drehen.

 

Caramel Apple Cheesecake

Die Cheesecakemasse darf ruhig Risse bekommen, es kommen ja noch zweit weitere Schichten hinzu!

Die Cheesecakemasse:

  • 1 Becher Sojajoghurt (500 g) ich verwende Alpro / Provamel, den NICHT ungesüßten
  • 1 Paket Tofu (400 g) ich verwende Taifun
  • Saft und abgeriebene Schale von einer BIO Zitrone
  • 50 g weiche Margarine mit Butteraroma (z.B. Alsan)
  • 85 g Zucker (hier steht ihr vor der Entscheidung weiss oder Vollrohr? Ich nehme hier ausnahmsweise weissen Zucker, damit die Masse schön hell bleibt)
  • Das Mark einer ganzen Vanilleschote
  • 60 g Speisestärke

-> Alle Zutaten am besten im Mixer/ Blender zu einer cremigen Masse vermischen und in die Springform mit der vorgebackenen Kruste gießen.

Wieder in der Mitte des Backofens bei nun 160°C backen, etwa 45-50 Minuten. Die Masse sollte goldfarben und fest sein, aber noch nachgeben. 

 

Während des ersten Auskühlens die Apfelmasse herstellen:

  • 3 große Äpfel, Elstar oder eine andere säuerliche, feste Sorte
  • 1 EL Alsan
  • 1/2 TL Zimt
  • 3 EL Vollrohrzucker

Die Äpfel in kleine, dünne Scheibchen schneiden. Die Alsan in einem Topf erhitzen und die Apfelstückchen und den Zucker hinzu geben. Bei mittlerer Hitze leicht köcheln lassen und gelegentlich rühren, bis die Äpfel angenehm weich sind.

Auf dem Cheesecake gleichmäßig verteilen und dann für mindestens 6 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Das Karamell herstellen

Ihr braucht

  • 200 g Zucker
  • 80 ml Wasser
  • 80 ml Soja- oder Mandelsahne
  • 80 g Alsan

In einem kleinen  Topf Wasser und Zucker erhitzen. Bis es köchelt oder eher siedet gelegentlich rühren. Sobald die Masse konstant siedet (mittlere Hitze) nicht mehr rühren aber dabei bleiben. Nach etwa 15-20 Minuten färbt sich die Masse goldbraun. Nehmt dann den Topf vom Herd und rührt Alsan und Sahne hinein. Noch einmal kurz auf die heisse Platte stellen und verrühren.

Nach den Auskühlen könnt ihr das Karamell über die Apfelschicht gießen und mit den restlichen gerösteten Pecanusskernen bestreuen.

Tipp: Wenn ihr mehr Karamell übrig habt, hält es sich im Kühlschrank in einem Schraubglas. Ein Löffel davon im Soja Latte schmeckt auch lecker…

Nun könnt ihr den Kuchen servieren – guten Appetit!

 

Caramel Apple Cheesecake

Leckerer Cheesecake, zimtige Äpfel, knackige Pecanusskerne und köstliches Karamell… eine großartige Kombi!

 

Gefällt euch das Rezept? Habt ihr es nachgebacken? Und seid ihr schon mal in New York gewesen und auch so begeistert wie ich?

Ich freue mich auf eure Kommentare und wenn ihr Lust habt, spendiert mir doch einen Kaffee!

Vielen Dank und ich wünsche euch einen schönen WELTVEGANTAG heute am 1. November!

 

Liebe Grüße,

 

Anja

 

 

 

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8 Kommentare zu “Herbstlicher Genuss: Caramel Apple Cheesecake

  1. Liebe Anja, das ist genau mein Kuchen! Pecan-Nüsse liebe ich zur Zeit sehr und Käsekuchen backe ich leider viel zu selten, aber Dein Rezept muss ich unbedingt ausprobieren, muss mir nur noch die Zutaten beschaffen, dann kann’s losgehen. Vielen Dank!
    Lieben Gruß Marlies

    Gefällt 1 Person

  2. Das Rezept klingt wirklich superlecker, das backe ich nach! Mit Tofu ist wirklich der ganz normale Tofu gemeint? Also kein Seidentofu ? Bei einem früheren Käsekuchen hat man den irgendwie sehr rausgeschmeckt. Aber ich werde es versuchen und berichten 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Christine, ich finde, nach dem backen schmeckt man es nicht raus. Du kannst auch den Joghurt Anteil entsprechend 200erhöhen und es mit 200g Tofu versuchen, dann etwas mehr Stärke nehmen (und ohne Gewähr;) ) und nicht mit Vanille sparen! LG Anja

      Gefällt mir

  3. Wow der Kuchen sieht fantastisch aus. Hab mir das Rezept direkt abgespeichert. Verstehe ich es richtig, dass du die noch heisse Apfelmasse direkt auf dem Kuchen verteilst, der direkt aus dem Backkofen kommt? Oder lässt du den Kuchen erst abkühlen und verteilst dann die Äpfel darauf?
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    Gefällt 1 Person

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