Für Himmel & Ääd ist es nie zu spät!

Klassische Gerichte veganisieren ist eigentlich nicht mein Ding

…einfach deshalb, weil mir viele Fleischgerichte nicht fehlen. Ich mochte schon als Kind kaum Fleisch und so habe ich, das erwähnte ich schon mal, einige „Fleischgerichte“ wirklich erst in ihrer veganen Form kennengelernt.

Was ich aber toll finde, ist regionale Küche!

Und dann kommt man um das Veganisieren nicht herum, denn rheinische Spezialitäten sind ja nicht gerade für ihre rein pflanzlichen Zutaten bekannt.

Komischerweise ist, obwohl ich hier geboren und aufgewachsen bin, ein totaler Klassiker an mir vorbeigezogen. Ich glaube, das liegt daran, dass meine Mutter es einfach nicht in ihrem Repertoire hatte. So wie ich sie kenne, fand sie das Rezept wahrscheinlich schlichtweg doof: Die Rede ist von Himmel und Erde, keiner würde es hier so nennen, es heißt Himmel un Ääd! Dabei ist dieses Rezept:

Regional, einfach, günstig, kinderfreundlich!

Himmel und Ääd vegan, clean eating, glutenfreie Option

Himmel & Ääd – Soulfood pur!

 

Erst durch das unbeliebte Schulcatering sind wir darauf gekommen, denn dieses Gericht scheint dort zu den ganz wenigenSpeiseangeboten zu gehören, die die Caterer so zubereiten, dass die Kinder es runterbekommen. Das will etwas heissen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, dass ich diesem Gericht einmal eine Chance geben würde. Jetzt gibt es wieder tolle regionale Äpfel, Kartoffeln sind sowieso zu haben und auch Zwiebeln hält der Markt noch bereit, also war es dann irgendwann beschlossene Sache: Wir machen Himmel un Ääd!

Noch ein Vorteil dieses Gerichts: Komplizierte Einkäufe im Vorfeld fallen hier garantiert weg!

Äpfel für Himmel un Ääd

Äpfel haben wir immer da! (Photokredit: Pixabay)

 

Warum eigentlich Himmel? Und Erde?

Laut Wikipedia gibt es das Gericht seit dem 18. Jahrhundert und wurde danach benannt, dass die Äpfel „vom Himmel“ kommen, also weit oben wachsen und die Kartoffeln in der Erde – man nennt sie ja auch Erdäpfel.

Nicht nur wir Rheinländer können dieses Gericht übrigens für uns beanspruchen, es wird auch in Niedersachsen, im Kreis Hamburg und in Schlesien serviert, aber jede Region hat ihr eigene tierische Beilage. In Düsseldorf ist es Flönz, eine Wurst die ihr bitte bei Interesse selber googelt, denn ich muss auf einem veganen Blog zum Glück keine Wurstsorten erklären – ich erkläre euch lieber, was ich stattdessen genommen habe:

Was nimmst du denn statt der Wurst???

Da wir ja 2017 haben und Deutschland über ein sehr breit gefächertes veganes Wurstsortiment verfügt, ist die Antwort ganz einfach: Statt der Wurst kann man Wurst nehmen 😉

Aber ich hatte noch einen anderen Plan: Ich wollte aus dem Gericht eine clean-eating-taugliche und vor allem glutenfreie Variante machen, die meinem Prinzip, so viel Gemüse, wie es nur irgendwie geht, einzubauen, gerecht wird.

Und deshalb habe ich zwei Varianten für euch: Eine klassische und eine green-eating-mäßige Variante.

Die gute Nachricht: Beides ist total lecker! Ich bin gespannt, welche euch besser gefällt!

Himmel un Ääd vegan

Himmel un Ääd mit „falscher“ Wurst. Sieht nicht so gesund aus, wie es ist, oder?

 

Himmel un Ääd – Rezept für 4 Portionen

Zubereitungszeit ca. 35 Minuten

Zutaten:

1000 g mehlig kochende Kartoffeln

5 große, säuerliche Äpfel

2 TL Vollrohrzucker

Saft von 1/2 Zitrone

2 EL Alsan (wer das nicht möchte, nimmt 2 EL Olivenöl)

200 ml Pflanzensahne (ich bevorzuge Mandelsahne von Ecomil, aber selbst gemachte oder Soja Cuisine geht auch)

Salz

Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Muskatnuss, gerieben

2-3 Rote Zwiebeln

Bratöl

3 Knollen Rote Bete (für die gemüsereiche Variante)

1-2 EL Olivenöl

ein Zweig Rosmarin

ODER Wenn klassisch gewünscht ist: Chorizo von Wheaty, in Scheiben gebraten in etwas Bratöl

Kartoffeln für Himmel un Ääd

(Photocredit: Pixabay)

Zubereitung:

  1. Den Ofen auf 180°C vorheizen, die Rote Bete schälen und in etwa 3mm dicke Scheiben schneiden. Eine feuerfeste Form mit Olivenöl bestreichen, die Scheiben von beiden Seiten durch das Öl ziehen und mit etwas Salz bestreuen, in die Mitte des Backofens stellen. Dauert ca. 20-30 Minuten. Garprobe mit der Gabel durchführen. Kurz vor dem Herausnehmen mit gehacktem Rosmarin bestreuen.
  2. Die Kartoffeln schälen und in Achtel schneiden. In Wasser gar kochen, dauert ca. 20 Minuten.
  3. Währenddessen die Äpfel schälen, in ca. 2 cm große Stücke schneiden und in einen anderen Topf legen. Nur den Boden mit Wasser bedecken und zum Kochen bringen.  Den Zucker und den Zitronensaft unterrühren und bei mittlerer Hitze zu einem Apfelmus kochen, immer wieder rühren. Ca. 15 Minuten, bis die Äpfel zerfallen.
  4. Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden. Bei mittlerer Hitze in einer Pfanne mit etwas Bratöl erst schmoren, am Ende die Hitze erhöhen und knusprig braten.
  5. Die Kartoffeln abgiessen und mit einem Kartoffelstampfer zu Püree stampfen, dabei Alsan und Sahne unterrühren, wenn es nicht cremig genug ist ggf. noch etwas Sojamilch hinzufügen. Mit etwas Muskatnuss, Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Wenn (statt der Roten Bete) Wurst gewünscht ist, diese auch kurz von beiden Seiten anbraten.
  7. Alles auf vorgewärmten Tellern anrichten. Servieren.
Guten Appetit!

 

Himmel und erde vegan

Egal ob mit Wurst oder Rote Bete – Himmel un Ääd ist einfach lecker!

Noch ein paar Tipps:

Die Rote Bete macht sich nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich ganz hervorragend zu den anderen Zutaten und bereichert das Gericht als eine wesentlich gesündere Alternative zur klassischen Wurst. Probiert es aus!

Apfelmus lässt sich natürlich auch direkt auf Vorrat kochen, so braucht man für die nächsten Himmel un Ääd – Abende nur ein Glas Apfelmus öffnen und spart einen Arbeitsschritt! Da mein Rezept nur wenig Zucker enthält, ist es allerdings nicht ewig haltbar. Füllt es auf jeden Fall noch heiss in saubere Gläser und schraubt sie direkt zu.

Auch Kartoffelpüree kann man direkt in doppelter Menge zubereiten und dann am nächsten Tag z.B. einen Shepherd’s Pie zubereiten.

Das Rezept ist super einfach – eine gute Gelegenheit, um gemeinsam mit Kindern zu kochen!

Wie gefällt euch meine Version von Himmel un Ääd? Ich freue mich über eure Meinung in den Kommentaren!

Liebe Grüße,

Anja

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Ein Kommentar zu “Für Himmel & Ääd ist es nie zu spät!

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