Supperclubbing mit Omma – der Veganski Dinner im August 2016

„Der Veganski Dinner“: Mein kleiner Wohnzimmersupperclub startete nach einer längeren Frühlingspause am vergangenen Samstag wieder voll durch mit altmodischen Rezepten und Ommas bewährten Gemüse- und Obstsorten.

Omma? Mit 2 M? Aber sicher, schließlich sind wir hier im Rheinland und niemand spricht diese liebevolle Bezeichnung für eine Großmutter so aus: „Oh-ma“. Nee. Nicht hier 😉

Omma ist in den meisten Fällen eine der Personen, die unsere persönliche Kulinarik geprägt hat mit irgendeinem, vielleicht auch mehreren Gerichten, die uns einfach in Kindheitserinnerungen verfallen lassen.

Perfekt war es bei mir nicht. Wie habe ich da immer von geträumt, die gütige Großmutter, der agile Großvater, am besten mit Haus im Grünen und einem tollen Gemüsegarten. Am liebsten noch mit Tieren (die natürlich nie geschlachtet wurden) und einfach nur Liebe, Freude und Leckereien.

Bäm. Zurück in der Realität und in meinem Fall einer häßlichen Souterrainwohnung in einem unattraktiven Stadtteil. Kein Gemüsegarten. Keine Tiere. Nicht so viel Güte und  Unternehmungslust, aber trotzdem: Ich habe meine Oma über alles geliebt und konnte Stunden in ihrer Küche verbringen. Wenn ich an die Pflaumenpfannkuchen von ihr denke (mit der 1 cm Zuckerschicht) und den Marmorkuchen….

Und auch ohne Gemüsegarten habe ich mit meiner Omma Erbsen und dicke Bohnen „gedöppt“ und Beeren „abgeströppt“ (ihr seht, ich kann neben Deutsch, Latein, Englisch und etwas Spanisch auch noch fließend Düsseldorfer Platt 😉 ) und was den Gemüsegarten betrifft, den hatten dann später meine Eltern. Dafür hatte meine Oma den vollelektronischen Fernsehsessel, auch ein Highlight meiner Kindheit…

Meine Omma hätte jedenfalls niemals fertige rote Grütze gekauft oder Salate aus dem Kühlregal. Das wurde alles selbst zubereitet, und das gilt natürlich immer noch bei mir – und das nicht nur fürs Dinner.

Es fanden sich also wieder einmal 8 Gäste bei mir ein, um ein altmodisches Menü zu sich zu nehmen, neue Leute kennen zu lernen und vielleicht selber auch ein wenig in Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Dafür hatte ich mir folgende Gerichte überlegt:

 

Wohnküchensupperclub in Düsseldorf

Der Veganski Dinner: Oma kocht

 

Begrüßung:

Gegen 20h fanden sich alle Gäste ein. Darunter waren für mich ganz neue, aber auch zwei bekannte Gesichter –  Vegan und (noch) nicht vegan, die unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen… ich finde es immer wieder toll und spannend, wie das gemeinsame Essen die Menschen verbindet und aus einer bunten Truppe eine fröhliche Tischgesellschaft zaubert, die ein Thema nach dem anderen diskutieren und dabei viel lachen kann.

Der Begrüßungsdrink war eine Limonade aus Holunderblütensirup (den habe ich leider nicht selbst gemacht, als mir die Idee kam, war die Blüte schon vorbei) und Sprudel, gekühlt mit gefrorenen Johannisbeeren. Lecker erfrischend!

Der Veganski Dinner Holunderblütenlimonade

Holunderblütenlimo mit Johannisbeeren

 

Das Salatduo aus Keinheringssalat und Waldorfsalat

Ich weiss nicht, wie es euch geht, aber diese beiden Salate sind für mich sowas von Vintage! Sie waren von keiner Familienfeier wegzudenken und wurden von meiner Mutter und Oma in riesigen Portionen zubereitet.

Als Kind fand ich den original Heringssalat echt ekelhaft. Ich mochte zwar den Hering, aber die Kombination mit Rindfleisch widerstrebte mir zutiefst, so dass mir meine Mutter immer eine Extraportion zubereitet hat.

Als ich mit 18 Vegetarierin wurde, habe ich ihn dann gar nicht mehr gegessen. Auch den Waldorfsalat mochte ich nicht, denn mit Sellerie konnte man mich jagen.

Jetzt hat sich das geändert: Ich mag und vertrage Sellerie und für den Heringssalat gibt es tolle vegane Rezepte. Ich habe mich an das Rezept von J.Eckmeier gehalten, ihr findet es im Buch „Vegan tut gut – schmeckt gut“, welches voll ist mit vegan interpretierter Hausmannskost und sehr empfehlenswert.

Den Meeresgeschmack bekommt man durch Algen an den Salat aus Rote Bete, Räuchertofu, Äpfeln, sparen Gurken und Kartoffeln. Ich habe die Nori Flocken von den Sea Veggies von KULAU verwendet, die ich nur empfehlen kann, denn es handelt sich hier um Bioqualität.

Für den Waldorfsalat, der eigentlich nur aus 4 Zutaten besteht, nämlich Sellerie, Äpfeln und Walnüssen mit Mayo, habe ich meine eigene Mayo gemacht:

Rezept für Mandelmayonnaise

200 ml Mandelsahne (von Ecomil)

2 EL Balsamico Bianco

1 TL Meersalz

4 TL Löwensenf  (ein anderes leckeres Dressing mit Löwensenf findet ihr hier)

schwarzer Pfeffer aus den Mühle

Prise Kala Namak

150 ml geschmacksneutrales Öl (ich nehme Altanura Bratöl)

Zubereitung: In dieser Reihenfolge in den Mixer und ca. 20 Sekunden auf höchster Stufe mixen. Evtl noch etwas Öl nachgiessen und wiederholen. Kühlen. Fertig.

Dazu wurde geröstetes, selbst gebackenen Buchweizenbrot gereicht und eine Thymian“butter“. Leider war das Brot schneller weg, als man es fotografieren konnte, aber hier findet ihr das Rezept und könnt es euch ansehen.

 

Der veganski Dinner - Omma kocht

DUO aus Waldorfsalat und Keinheringssalat

Ganz schön Oldschool, dieses Essen. Aber es hat geschmeckt und war nebenbei bemerkt in dieser Variante wesentlich gesünder als die Originalrezepte 😉

Das Hauptgericht: Der Mangoldauflauf

Mangold gab es zugegebenermaßen in meiner Kindheit nicht, aber es gehört zu den „alten“ Gemüsesorten und ich wollte ihn alleine schon wegen seiner Farbenpracht dabei haben. Ausserdem ist er sowas von gesund und lecker…

Der veganski Dinner MAngoldauflauf

Mangold – die Beautyqueen unter den grünen Blattgemüsen

 

Ich habe im Kochbuch von Björn Moschinski ein sehr einfaches Rezept für einen Mangold-Kartoffelauflauf gefunden, dieses dann jedoch total modifiziert, da ich keine Lust hatte, mit einer Mehlschwitze und mit veganem Käse zu arbeiten. Die helle Sauce in meinem Auflauf basierte auf Cashews und Gemüsebrühe, überbacken wurde alles mit derselben Cashewsauce plus Zitrone und Hefeflocken. Gewürzt mit frischem Thymian ergab sich eine ganz köstliche Kombination von Aromen.

Der Veganski Dinner - Omma kocht

Mangold-Kartoffelauflauf mit Cashewcreme. Dazu gab es kleine Sojasteaks und bunte Tomaten.

 

Das Dessert: Hausgemachte Rote Grütze mit Superfrucht-Kick und einem Mandel-Reis-Pudding

Rote Grütze mit Pudding – ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand so etwas NICHT von Oma kennt. Und es ist so einfach selbst gemacht! Meine Spezialvariante von Pudding und roter Grütze hat mir so gut gefallen, dass ich wohl das Rezept noch einmal extra aufschreibe und dann demnächst hier verlinke. Ich glaube, dieser Nachtisch hat allen geschmeckt! Auch die Familie war beim vorherigen Testessen begeistert.

der veganski Dinner rote Grütze OMMA kocht

Rote Grütze mit Mandel-Reispudding

 

Und zum krönenden Abschluss gab es Kuchen!

Für den Aprikosenstreuselkuchen habe ich ein Rezept aus Nicole Justs Backheft abgewandelt. Sie schreibt, dass dieser Streuselkuchen (ursprünglich mit Rhabarber) schon von ihrer Oma gebacken wurde. Na das passte doch!

ich habe allerdings glutenfreies Mehl verwendet und Vollrohrzucker. Dazu gab es Reissahne. Filterkaffee hatte ich auch allen angeboten, oder ein Likörchen – wollte aber niemand haben. Also ganz oma-authentisch habe ich es dann doch nicht hinbekommen.

der veganski Dinner Omma kocht

Aprikosenstreuselkuchen mit Reissahne und Kokosflocken

 

Das war wirklich ein wunderschöner Abend!

Wir hatten viele interessante Themen und es ging von (natürlich) veganer Ernährung über Freundschaften und Beziehungen hin zu Tierschutz und Nachhaltigkeit. Jetzt, wo ich das aufschreibe, klingt das alles sehr ernsthaft, aber ich erinnere mich daran, dass wir sehr viel gelacht haben.

Ich möchte mich noch bei einem meiner Gäste bedanken: Claudia hat mir die schönen Retap-Flaschen zur Verfügung gestellt, die sich wunderbar als Wasserkaraffe auf dem Tisch einsetzen liessen, aber auch super zum Mitnehmen geeignet sind, z.B. für Smoothies. Das skandinavische Design gefällt mir sehr gut, sie sind schlicht und ohne Rillen und Kanten. Das Borosilikatglas ist sehr leicht und bruchfest und die Verschlüsse halten dicht. Ich werde das in den nächsten Wochen weiter testen und berichte dann vielleicht noch mal. Vielen Dank!

der vegansi Dinner Retap

Auch die Retap-Flaschen (grüner und gelber Verschluss) machten auf der Dinnertafel eine gute Figur!

 

Herzlichen Dank natürlich auch an alle anderen Gäste ❤

Es war sehr schön, euch dabei zu haben. Es hat mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, ihr habt den Abend genau so genossen wie ich! Vielen Dank dafür und hoffentlich bis bald!

 

der veganski dinner

Schnippeln, schnippeln, schnippeln

Nach dem Dinner ist vor dem Dinner – möchtest du auch mal an einem „Der Veganski Dinner“ teilnehmen?

Die nächsten Abende finden am 1.10. (Warteliste) und am 5.11. statt. Schau am besten immer wieder auf meiner Facebookseite vorbei oder sende eine Email an info@vegan-foodnerd.de

Advertisements

6 Kommentare zu “Supperclubbing mit Omma – der Veganski Dinner im August 2016

  1. Katharina & ich waren 2 der Teilnehmer und wir sagen: Dankeschön. Es war soooo schön, soooo lecker und soooo anregend.
    Wir fanden es toll, die Zeit ist verfolgen und wir haben sooo viel gegessen und die unterschiedlichen Bestandteile herausgeschmeckt und wirklich genossen. Für uns heißt es: Immer wieder gerne!!!
    Es war wirklich ein runder Abend und Du Anja eine wirklich gute Gastgeberin, die Runde passte und gelacht wurde wirklich viel und selten ist ein Abend so schnell vergangen, dass wir gegen 0,30 Uhr uns verdutzt anschauten und die Runde sich langsam auflöste.
    Wir sind wieder dabei!! Und freue uns schon auf das Veganskidinner im November.
    Aber so lange brauchen wir gar nicht mit dem Wiedersehen zu warten, denn es gibt ja noch die Kochabende beginnend im September. Und da sind wir auch zu zweit dabei.
    Am 01.10. sind wir in Urlaub aber im November hätte ich gerne jetzt schon einmal 2 Plätze vorbestellt.

    Gefällt mir

    • Liebe Claudia, vielen Dank für das tolle Feedback und ich freue mich riesig darüber, dass ich euch mit einem veganen Menü begeistern konnte! Ich freue Micha hin auf den Kochkurs und darauf, dass Ihr Lust habt, weiter dabei zu sein. Danke für euer Vertrauen! Liebe Grüße, Anja

      Gefällt mir

  2. es war ein wirklich sehr schöner Abend, eine sehr sympathische Runde, super nette Gastgeberin mit zwei sehr schönen Katern, tolles und leckeres Essen, farbenfrohe Tischdeko mit passendem Hemd eines der Gaste, viel gegessen und viel gelacht und Parkplatz in der Nähe gefunden … ich bin sehr gerne wieder dabei und freue mich heute schon … also > bis bald …

    Gefällt mir

  3. Pingback: Fluffiges, glutenfreies Buchweizenbrot |

  4. Pingback: Fluffiges, glutenfreies Buchweizenbrot |

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s