Rhabarberkuchen reloaded: Hallo Teffmehl!

 

Rhabarberkuchen geht bei mir immer, denn ich liebe diese säuerlichen, rot-grünen Stangen einfach! Ob mit oder ohne Erdbeeren, in Kuchen oder als Sirup, ich freue mich jedes Jahr, wenn die Saison startet und ich diesen einzigartigen Geschmack wieder erleben kann!

Nun bin ich allerdings immer mehr vom Foodnerd zur Nutritionista mutiert und meine bisherigen Rhabarberkuchenrezepte finde ich zwar immer noch lecker, sind mir aber inzwischen nicht nährstoffreich genug (Orthorexie, ick hör dir trapsen 😉 )

Die beste glutenfreie Alternative zu vollwertigen Mehlen ist Teffmehl, ein Mehl aus Zwerghirse. Teff hat neben dem Vorteil, glutenfrei zu sein und gute Backeigenschaften mitzubringen noch weitere Benefits: Es ist nämlich reich an wichtigen Vitalstoffen.

Teffmehl enthält neben Eisen und Calcium noch weitere wichtige Mineralstoffe und ist ausserdem reich an essentiellen Fettsäuren. Im Vergleich zu anderen Mehlen ist es einfach viel nährstoffreicher.

Für den Rhabarberkuchen habe ich es 1:1 mit Kokosmehl gemischt. Kokosmehl ist fettarm und ballaststoffreich, mild und fein im Geschmack und etwas süßlich: So ist es eine super Ergänzung zu dem eher herben Teffmehl und hilft außerdem, Zucker einzusparen.

 

Rhabarberkuchen aus Teffmehl und Kokosmehl

Gesunde Sünde: Rhabarberkuchen voller Nährstoffe

Zum Süßen habe ich Vollrohrzucker verwendet. Dass Agavendicksaft der reinste Blutzuckerpush ist und gar nicht mehr so ideal, wie noch vor einigen Jahren angenommen wurde, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen. Das nehmen wir also nicht. Aber warum Vollrohrzucker?

Im Gegensatz zu Rohrohrzucker und anderen Süßungsmitteln wie Reissirup, Ahornsirup und Co. hat Vollrohrzucker noch einiges an Nährstoffen aufzuweisen. So wird z.B. sein Eisengehalt nur noch vom Zuckerrübensirup übertroffen. Kokosblütenzucker ist ebenfalls eine Möglichkeit, ist jedoch etwas teurer, schmeckt aber feiner.

Dazu kommt, dass kein zusätzliches Fett benutzt wird (ausser zum Einpinseln der Backform) und Leinsamenschrot und Chiamehl verhindern, dass nach dem Kuchengenuss wie sonst üblich der Blutzucker Achterbahn fährt.

Eines muss ich aber dazu sagen, denn ich finde es Selbstverarschung, zu behaupten, Kuchen oder generell Gerichte mit so vielen vollwertigen Zutaten würden ja genau so (gut) schmecken wie Weissmehlprodukte – nein, tun sie nicht. Sie sind gewöhnungsbedürftig, weniger süß und anders. Warum man es trotzdem irgendwann lecker findet? Das passiert A) wenn man richtig Bock darauf hat, sich gesund zu ernähren und B) seinen Geschmackssinn schon an diese Aromen und an weniger süß gewöhnt hat.

Traut euch trotzdem, den Kuchen mal so nachzumachen: Mein süßzahniger Sohn fand ihn auch lecker, und der ist da wirklich richtig pingelig!

Wenn ihr noch voll auf Süß und Weiss eingestellt seid, nehmt etwas mehr Zucker oder macht euch noch eine süße Erdbeersauce dazu!

Und jetzt – viel Spaß mit dem Rezept!

gesunder Rhabarberkuchen mit Teffmehl und Kokosmehl

Teff-Kokos-Rhabarberkuchen

 

Gesunder Rhabarberkuchen aus Teffmehl und Kokosmehl, dazu Cashewsahne

Zutaten für eine mittlere Springform mit einem Durchmesser von 22 cm (6 Personen):

  • 2 Stangen Rhabarber (ergeben geputzt etwa 320 g)
  • 30 g Vollrohrzucker

Den Rhabarber putzen (d.h. die Enden abschneiden, harte Fasern mit einem Messer abziehen, waschen und der Länge nach durchschneiden, danach in Würfel) und in einen Suppenteller füllen, mit dem Zucker bestreuen und mindestens 1 Stunde durchziehen lassen.

Für den Teig:

  • 120 g Kokosmehl
  • 120 g Teffmehl
  • 60 g Vollrohrzucker (oder Kokosblütenzucker) – ggf. etwas mehr oder weniger
  • 1/2 TL Vanille (Oder der Inhalt einer halben Schote)
  • 1 EL Leinsamen, geschrotet
  • 1 EL Chiamehl (ich denke es geht auch nur eines von Beidem, dann aber 2 EL)
  • 1 gestrichener TL Natron
  • 1 TL Vitamin C (Ascorbinsäurepulver)
  • ca. 250-300 ml reiner Sojadrink  ohne Zusätze (oder ein anderer ungesüsster Pflanzendrink)

Alle trockenen Zutaten gut vermischen und mit dem Sojadrink gut verrühren. Die Menge der Flüssigkeit vorsichtig abschätzen, nicht alles hinein kippen (nur bis der Teig zähflüssig ist, nicht zu flüssig)

Eine Springform mit Backpapier auslegen, den Rand ggf. leicht einfetten mit Kokosöl.

Bei 180° C Ober. und Unterhitze etwa 30-40 Minuten backen.

Auskühlen lassen.

Teff-Kokos-Rhabarberkuchen mit Cashewcreme

Was wäre Rhabarberkuchen ohne Sahne?

Für die Sahnecreme:

  • 100 g Cashews (gerne auch andere Kerne probieren, zB Paranuss)
  • 100 ml Wasser
  • eine Prise Vanille

alles gut im Blender, Mixer oder Thermomix zu einer glatten Creme mixen und kalt stellen. Ggf. die Kerne vorher 1 Stunde einweichen.

Servieridee: Mit frischen Erdbeeren oder pürierten Erdbeeren servieren!

Und bitte keinen Kaffee dazu trinken, denn dann schiesst ihr das ganze gute Eisen in den Wind 🙂 trinkt den Kaffee/ Tee einfach 30 Minuten vorher! Sonst kann der Körper das Eisen nicht so gut aufnehmen.

Guten Appetit!

Gesunder Rhabarberkuchen aus Teffmehl und Kokosmehl

Naschen und gesund essen geht auch gleichzeitig!

 

Gefällt euch mein Rezept? Habt ihr es vielleicht sogar ausprobiert? Habt ihr Fragen dazu? Dann freue ich mich über eure Kommentare!

 

Liebe Grüße,

 

eure Anja

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19 Kommentare zu “Rhabarberkuchen reloaded: Hallo Teffmehl!

  1. Hallo Anja!

    In der Facebook-Gruppe sah es schon so klasse aus – und wo ich mir jetzt noch deine ausführliche Erläuterung dazu durchgelesen habe, gefällt es mir noch besser. 🙂
    Aktuell bin ich ein großer Fan von Kokosmehl – ich decke mich immer gleich im Vorrat damit ein, da ich es momentan in jedem gebackenen Kuchen verwende. Teffmehl mag ich auch sehr gerne – vor allem die Brote werden unvergleichlich aromatisch damit.

    Das mit dem Vollrohrzucker finde ich spannend – was sagst du zum selbstgemachten Dattelmus als Süßungsalternative? Ich habe mich jetzt nämlich komplett (neben reifen Bananen) darauf eingeschworen. 🙂

    Gut finde ich auch deine Anmerkung bezüglich des anderen Geschmacks gesunder Backwaren – ich glaube nach wie vor, dass das der bessere Geschmack ist, wir aber verlernt haben, ihn zu schätzen.

    Liebe Grüße
    Jenni

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    • Liebe Jenni, danke für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 mit dem Geschmack sehe ich es genau so. Wir haben gelernt, süß und fettig lecker zu finden und müssen uns an andere, natürlichere Aromen erst wieder gewöhnen. Mir war daher wichtig, zu „warnen“. Ich habe vollstes Verständnis für jeden, der sein erstes Stück Vollwertkuchen unlecker findet. Und ich träume auch manchmal von den Franzbrötchen von Kamps ❤️ Es ist erwiesen, dass der Geschmack sich verändern kann. Jeder, der mal länger auf Süßigkeiten verzichtet hat, kann dies bestätigen.
      Zu Dattelsüße sage ich: Perfekt! Ich süße auch ganz viel mit Datteln und liebe sie!
      Kann ich mir auch gut im Kuchen vorstellen und kennst du schon die Dattelsüße in Granulatform von Rapunzel? Die finde ich perfekt, lässt sich so gut dosieren!
      Liebe Grüße, Anja

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      • Hallo Anja!

        Da gehe ich vollkommen mit dir mit! Aber ich finde es gut, dass der Geschmack sich auf wieder in die andere, gesündere Richtung umgewöhnen kann. Schlimm wäre es, wenn das nur in die eine Richtung funktionieren würde…

        Ich süße mittlerweile alles mit Datteln (oder Bananen) und kann mir ein Leben ohne sie gar nicht mehr vorstellen. 😉
        Die Granulatform habe ich im Vorbeigehen mal gesehen, sie aber noch nicht eingekauft – vielleicht probiere ich sie jetzt doch einmal aus, danke für den Tipp! 🙂

        Liebe Grüße
        Jenni

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  2. Fein liebe Anja, dass Du mir gleich zu Beginn der Saison einen glutenfreien Rhabarberkuchen vorgestellt hast. Ich gewöhne mich so langsam um und weiß auch, dass das ein bisschen dauert, bisher ist mir wirklich nichts so schwer gefallen, wie die glutenfreien Mehle, meine Familie, die ja brav immer das mit ist, was ich vorsetze ist da nicht so krüsch. Meine Umstellung auf die 100 % vegane Lebensweise ging ohne Murren problemlos von statten, ich war begeistert. Nun muss ich aus gesundheitlichen Gründen mich glutenfrei ernähren und bin wirklich erstaunt, dass mir das so gar nicht gefällt. 3 Monate bin ich nun schon dabei, aber ich bleibe natürlich standhaft, weil ich weiß, eines ´Tages hat sich das Thema erledigt.
    So und nun werde ich erstmal Kuchen backen!
    Lieben Gruß Marlies

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    • Liebe Marlies, ich esse ja jetzt auch seit gut einem Jahr glutenfrei. Jeder, der das ernsthaft macht, weiß, dass der Vorwurf, das sei eine Modeerscheinung und alle würden nur einen Hype mitmachen ziemlich unberechtigt ist: Freiwillig und ohne gesundheitliche Gründe würde ich das nicht machen!
      Ja, ich habe mich daran gewöhnt und es gibt viele tolle Alternativen. Ich kann auf das meiste tatsächlich gut verzichten und ich vermisse auch kaum etwas.
      Ich hoffe, dass es dir bald auch so gehen wird – zum Glück bist du talentiert und tüftelst immer tolle Rezepte aus und ich freue mich jetzt schon auf DEINE glutenfreien Leckereien ❤

      Aber es entgeht einem auch etwas, das will ich gar nicht schön reden.
      Ich habe gestern noch mit meinem Sohn darüber gesprochen, als wir mexikanisch essen waren und ich ihm von den tollen Cantinas erzählt habe an der Riverside in San Antonio: Sollte es mich jemals noch mal in die USA oder Mexico verschlagen und ich hätte die Gelegenheit ü, Original mexikanisch oder Tex Mex zu essen – ich würde auf das Gluten pfeifen 😜

      Liebe Marlies, ich hoffe, der Kuchen schmeckt dir und dein Glutenverzicht macht sich wenigstens gesundheitlich positiv bemerkbar! GLG Anja ❤️

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      • Danke liebe Anja für die aufmunternden Worte, ich bin auch optimistisch, außerdem merke ich, dass es mir deutlich besser geht, also stimmt der Weg. Mein Sohn quält sich zur Zeit auch gesundheitlich, und ich habe ihm zu einer glutenfreien Testphase zugeredet, die er auch machen wird.
        Ostern habe ich beim veganen Restaurantbesuch auch nicht ganz glutenfrei gegessen, aber leider habe ich es auch sofort gemerkt, das hätte ich nicht gedacht, ich hatte eine ziemlich schlechte Nacht, aber vielleicht kamen da auch mehrere Sachen zusammen.
        Das gute ist ja auch, dass wir über die Blogs sehr viele Infos haben und das macht es doch irgendwie leichter.
        Lieben Gruß Marlies

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  3. Pingback: Rhababerkuchen mit Quarktopping - mehralsgruenzeug.com

    • Hallo Sandra, verträgst du Kokos nicht? Ich finde es ziemlich schwer zu ersetzen, weil es zusätzlich zu dem sehr milden Aroma auch noch süßlich ist. Dann schon am ehesten Hafermehl, ist dann aber nicht mehr unbedingt glutenfrei. Ich würde es mit Mandelmehl probieren. Mit Amaranth und Buchweizen wird es geschmacklich wahrscheinlich zu streng! LG Anja

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      • Hallo Anja, mein Körper hat kein Problem mit Kokosmehl – im Gegenteil; tolles Produkt. Ich fühle mich auf Dauer nur nicht sonderlich wohl mit Produkten, die eine so hohe CO2-Bilanz haben. Teff hat es auch aber da kann ich mir Kastanienmehl als guten Ersatz vorstellen. Die Backeigenschaft ist ähnlich und geschmacklich finde ich es auch passend.
        LG Sandra

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      • Okay, jetzt verstehe ich. Auch ein wichtige Aspekt! Ich komme mit 1 kg Kokosmehl Ewigkeiten aus. Mit solchen Produkten bin ich sehr sparsam. Kasranienmehl habe ich noch nicht getestet, bitte sag doch mal Bescheid, wie dein Ergebnis ist 🙂

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  4. Liebe Anja

    Vielen Dank für dieses köstliche Rezept. Ich habe den Rhabarberkuchen mehrmals gebacken und mir extra Rhabarber eingefroren um ihn auch außerhalb der Saison backen zu können. Ich ernähre mich vorwiegend vegan, weil ich auf Grund von Migräne auf einige Lebensmittelunverträglichkeiten aufmerksam wurde. Vor allem Ei, Milch, Mandel und Gluten. Deine Kuchen kommen da perfekt, zumal ich sonst nicht selbst kombinieren und experimentieren mag, es scheint mir nicht zu gelingen. Dafür gibt es so begabte Menschen und Foodnerds wie du es bist und dir scheint es sehr leicht zu fallen und die Rezepte gelingen.
    Danke, dass du deine Rezepte mit allen teilst. Grüße aus Düsseldorf, Grazia

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    • Liebe Grazia, herzlichen Dank für dieses großartige Feedback ❤ das ist genau mein Ziel, Menschen wie dich unterstützen zu können! Ich habe tatsächlich mit der Ernährungsumstellung auch meine Migräne in den Griff bekommen, deshalb freue ich mich, denn du bestätigst meine Erkenntnisse! Danke dir! Liebe Grüße aus Düsseldorf (vielleicht hast du ja mal Lust, zu einem meiner Dinner zu kommen?) Anja

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      • Liebe Anja

        Da scheine ich ja doch gerade gestern Abend etwas verpasst zu haben! Aprikosenstreuselkuchen, bestimmt lecker, wie alles andere auch.

        Ich hab das mit dem Dinner übersehen und jetzt erst gelesen, dass du das regelmäßig machst. Wie oft ist das? Nimmst du mich bitte in deinem Verteiler auf, damit ich erfahre, wann es wieder stattfindet?

        Das auch du Migräne durch Ernährungsumstellung verbessert hast finde ich klasse. Hab bisher niemanden getroffen, der das gemacht oder auch nur in Erwägung gezogen hat. Und Manche, sind da eher skeptisch. Ich ernähre mich jetzt seit Januar 2015 so und es hat sich schon etwas verbessert.
        Liebe Grüße, Grazia

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      • Hallo Grazia, ja, das war ein leckerer Abend gestern! Die nächsten Termine sind 1.10. (indisch) und 5.11. (Foodnerd-Geburtstag und Supperclubjubiläum). Die Termine werde ich wieder über die Facebookseite als Veranstaltung posten und wenn du auf der Facebookseite auf „kontaktiere uns“ klickst, kannst du dich direkt für den Newsletter eintragen. Momentan ist es so am einfachsten 🙂 ich würde mich sehr freuen, wenn du mal dabei wärst!

        Was die Ernährung bei Migräne betrifft – ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass meine Erfolge durch die Ernährungsumstellung andere Migränepatienten ziemlich kalt lassen (wenn ich mich mal mit anderen über das Thema unterhalte und das erwähne). Ich verstehe das nicht, denn von ärztlicher Seite wurden mir die absurdesten Medikamente vorgeschlagen und auch ganz offen davon gesprochen, dass der Erfolg der Schmerzbekämpfung durch die Nebenwirkungen eintreten sollte. Das ist doch Wahnsinn. Nehmen Sie Psychopharmaka oder Betablocker- vielleicht gehen von den Nebenwirkungen die Kopfschmerzen weg….
        Liebe Grüße, Anja

        Gefällt 1 Person

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