Seoulfood – Dinner (koreanische Klassiker in vegan)

Nein, ich bin keine Koreanerin und die fleischlastige koreanische Küche hat auch nur bedingt mein Herz gewonnen. Ein paar der Gerichte allerdings liebe ich über alles und Kimchi ist aus meinem Kühlschrank trotz seines *räusper* besonderen Duftes nicht mehr wegzudenken.

Zum Glück gibt es eine wunderbare Halmoni (*koreanisch: Großmutter), die uns mit veganem Kimchi versorgt.

Veganes hausgemachtes Kimchi

Kimchi forever!

Kimchi ist DER wichtigste Bestandteil der koreanischen Küche und heimlich vermute ich, dass es dort auch zum Frühstück gegessen wird und es Kimchi-Geburtstagstorten oder Kimchi-Pralinen gibt.

Es wird hier oft mit Sauerkraut verglichen und ist doch unvergleichlich besser und vielseitiger. Hier könnt ihr euch noch ein wenig über Kimchi informieren.

Der Veganski Dinner

Zurück zum Dinnerabend. Es gibt also einige koreanische Lieblingsspeisen auf meiner Liste und die Idee, mal ein Wohnküchendinner unter dieses Motto zu stellen und noch andere koreanische Klassiker zu veganisieren kam mir irgendwann im vorigen Jahr, als ich gerade wieder ein Kilo Kimchi in meinem Kühlschrank verstauen musste und unter anderem dieses Gericht damit gezaubert hatte.

Seoulfood

…bot sich ja da als Titel geradezu an und ich hatte schnell eine Menge Ideen, was ich alles auf den Tisch bringen könnte.

Ein Termin wurde gefunden, Gäste eingeladen und gestern war es dann soweit und nach einem kleinen Zu- und Absage – Hinundher erwartete ich dann 6 Personen und war mir gar nicht mehr sicher, wer und wie viele jetzt eigentlich kommen. (Tipp für alle, die auch mal Supperclubs veranstalten möchten: Macht eine Nachrückerliste und rechnet immer damit, dass weniger Personen kommen als gedacht. Shit happens und es kann immer etwas dazwischen kommen!)

Nachdem alle angekommen waren und sich gegenseitig vorgestellt hatten und es direkt ein gemeinsames Thema gab, nämlich Haustiere, konnten wir loslegen.

Der Veganski Dinner

Seoulfood beim Veganski Dinner: Koreanische Gerichte veganisiert

Begrüßungsdrink

In koreanischen Filmen sitzen oft völlig derangierte Typen in einer Bar und trinken Soju, einen Schnaps aus Süßkartoffeln, direkt aus Flaschen so wie andereLeute ihr Bier. Wer das mal nachgemacht hat (so wie ich) weiss, dass das ziemlich krass ist  – denn es ist, wie gesagt, ein Schnaps. Ich wollte diesen Klassiker natürlich auch anbieten und EIN Gast hat auch probiert (aber nicht die ganze Flasche), ansonsten war das dieses mal eine sehr alkoholfreie Veranstaltung. Und trotzdem sehr fröhlich, falls sich das jetzt jemand fragt!

Erster Gang: Kimbap

Kimbap ist die koreanische Variante des japanischen Sushi. Ich habe mal vor vielen Jahren eine Koch-AG mit Jugendlichen angeboten und das Kimbaprollen war ein absolutes Highlight. Der Tag war eher eine Bastelstunde und ich weiss noch, wie happy die Jungs waren, als ihre erste Rolle endlich einigermaßen zusammenhielt. Das Gefühl kann ich jedes Mal wieder nachvollziehen (ich konnte auch noch nie Zigaretten drehen).

Na, ich habe sie jedenfalls so hinbekommen, dass sie nicht sofort auseinander gefallen sind 🙂 die Originale werden mit einer Art Omelett gefüllt, das ich durch mit Kala Namak gewürztes Tofu ersetzt habe. Ausserdem mit drin: Eingelegter Rettich und Schwarzwurzel, Gurke, Lauchzwiebel, selbst gemachte Wasabimayo und teilweise Kimchi.

Die japanische Verzehrweise mit Wasabi, Sojasauce und Ingwer ist in Korea nicht unbedingt üblich, ich mag es aber lieber so und wollte deshalb die Röllchen auch so anbieten. Den Ingwer habe ich dann selbst eingelegt, nachdem ich die Zutatenliste auf der Verpackung der fertig angebotenen Ingwerscheiben gelesen habe. Ich mache für meine Dinnermenüs schon manche Eingeständnisse, aber das ging mal gar nicht, E’s, Konservierungsmittel und Süßstoff – Yuck! Das Selbsteinlegen ist ganz einfach und schmeckt wirklich toll, das mache ich jetzt immer so! Hier steht, wie es geht.

Seoulfood vegan koreanisch Kimbap

Kimbap ist koreanisches Sushi

 

Zweiter Gang: Japchae

Ja, ich weiss: Auf der Tafel steht etwas anderes. Aber es ist schliesslich inzwischen Tradition, dass ich bei jedem Dinner irgend etwas vergesse oder verwechsele und dieses Mal waren es die Gänge. Bei der Kochprüfung wäre ich wohl durchgefallen (Gekochtes kommt vor Gebratenem!) aber meine Gäste waren da ganz wohlwollend 🙂

Japchae ist ein Gericht aus bestimmten Glasnudeln, die aus Süßkartoffelstärke hergestellt wurden, und einem Lieblingsgewürz: Sesamöl. Das Rezept habe ich schon lange im Blog, ihr findet es hier. Für das Dinner habe ich gebratenen Rotkohl statt Spinat genommen und das war nicht nur optisch eine Bereicherung, sondern passte auch geschmacklich super zusammen!

koreanisches Dinner Japchae vegan

Japchae mit Rotkohl

Der Veganski dinner

Seoulfood Dinner

 

Dritter Gang: Bibimbap

Das Gericht Bibimbap ist der Beweis dafür, dass eigentlich die Koreaner die gerade sehr angesagten Bowls erfunden haben. Ich habe mir bei *missboulette* meine Informationen und Anregungen geholt und mich über alles Wichtige informiert und dann meine vegane Version kreiert:

Das Klassische Bibimbap zeichnet sich durch das weiche Spiegelei in der Mitte aus, welches ich auf keinen Fall durch einen veganen Ei-Ersatz austauschen wollte. Ich stehe überhaupt nicht auf dieses Zeug. Also gab es wieder den Tofu Trick: Schönes, saftiges Tofu (am besten das aus dem Asiamarkt, sonst empfehle ich Taifun) nur kurz aber scharf anbraten und mit Kala Namak würzen.

Ein Rezept für die typische Bibimbap-Sauce aus Gojujang findet ihr auch bei missboulette. Meine Toppings waren: Gurke, Sesamspinat, gedünsteter Pak-Choi, frische Shiitakepilze, Mungobohnensprossen, Möhren, rote Zwiebeln.

Puh, das war SCHARF! Aber Yummy!

Bibimbap mit Tofu

veganes Bibimbap á la the vegan Foodnerd

Vierter Gang: Karaage und Mandu

Die Karaage sind eigentlich eher japanisch. Ich musste sie unbedingt dazu nehmen, das Rezept ist aus dem wunderbaren Buch „Vegan aus aller Welt“, für das ich hier schon mal eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen muss. Das Rezept ist der Hammer: Sojamedaillons werden lecker mariniert, gebraten und dann mit einer Zitronensauce glasiert.

Dazu habe ich Mandu ausgewählt: Das ist nichts anderes als Wantan in koreanischer Version. Es gibt sie mit vielerlei Füllung, diese hier waren natürlich vegan. Das war übrigens das einzige glutenhaltige Gericht im gesamten Menü. Serviert wurde das Ganze mit Edamame und Wasabimayo auf Asiasalat.

der veganski Dinner Seoulfood Mandu Karaage

Mandu und Karaage im Villa Vegana Style mit Wasabi Mayo und Edamame

 

Fünfter Gang:

Schwarzer Sesam Mochi Eis und Nokcha Cookie mit weisser Schokolade

Es wurde Zeit für den krönenden Abschluss, das Dessert. Die Eis Mochi gibt es in jedem gut sortierten Asiamarkt und die Sorte Black Sesame ist neben Green Tea mein absoluter Favorit. Überhaupt stehe ich total auf Mochi, aber an die Zubereitung habe ich mich bislang noch nicht herangetraut.

Dafür ist der Nokcha-Cookie eine absolute Eigenkreation. Bei der Recherche, welche Desserts zu den typisch koreanischen gehören, fand ich den Nokchacake. Nokcha ist die koreanische Version des Matcha und spontan beschloss ich, statt eines Cake doch lieber Cookies im amerikanischen Stil daraus zu machen. Die Cookies sind glutenfrei und die Hauptzutaten Matcha und weisse iChoc. Das Rezept werde ich wohl noch posten, sonst bekomme ich im Nachhinein Ärger mit meinen Gästen, die mir das Versprechen dazu gestern abgerungen haben 🙂 Ich glaube, sie fanden ihn lecker und ich musste mich selber schwer zurück halten, nicht vorher alle aufzufuttern….

Edit: Das Rezept findet ihr jetzt hier!

Matcha Cookie vegan glutenfrei

Nokcha Cookie mit eisiger Mochibegleitung

 

Liebe Gäste, es war super mit euch!

Einer von euch, nämlich Jan von Umsturzvegan und dem Label Rabbit Revolution, war sogar schon schneller als ich und hat bereits über unseren Dinnerabend gebloggt – sehr lesenswert und aus der Gästeperspektive geschrieben steht es hier

 

Ich glaube, dies war definitiv der Dinnerabend mit den reichhaltigsten Gängen – das kam mir jedenfalls so vor. Ich habe ausserdem, was ich selten mache, etwas serviert, was ich selbst zum ersten Mal gekocht habe und nicht vorher getestet  – und das hat gut geklappt. Ich hatte mal wieder großes Glück mit meinen tollen Gästen und trotz des ganzen Kochstress (der ja selbst gewählt ist) habe ich auch diesen Abend in meiner Wohnküche wieder sehr genossen und mich über die nette Atmosphäre und die schönen Gespräche gefreut.

Auch dass ich zwei Wiederholungstäterinnen dabei hatte hat mich sehr gefreut und mir gezeigt, dass es meinen Gästen schmeckt und diese Gefühl lässt mich nach einem solchen Abend immer sehr, sehr glücklich einschlafen!

Vielen Dank und bis bald, vielleicht ist ja beim nächsten Mal auch einer von euch dabei?

Eure

 

Anja

 

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7 Kommentare zu “Seoulfood – Dinner (koreanische Klassiker in vegan)

  1. Kimchi mag ich, aber sonst kenne ich koreanische Küche nur aus China (dort gibt’s eine Menge koreanische Restaurants, bei einem veganen Blog möchte ich jetzt nicht drüber schreiben, was da im Winter besonders beworben wird…). Zurzeit häufen sich aber die Eindrücke und ich kriege immer mehr Lust darauf. Deine Speisenfolge liest sich super, da hätte ich überall gerne zugegriffen.

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Nokcha-Cookies oder: Death by Matcha |

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