Der Veganski Dinner – Smoothie, Burger und Mousse au Carob – März 2015

Das sind diese Samstage, an denen ich den ganzen Tag im Brassel bin. Brassel kann man wohl mit „Stress“ übersetzen, das klingt aber zu negativ, es ist ja mein selbst auferlegter, gewollter Stress, ein positiver Stress, wenn ich den ganzen Tag in der Küche stehe – ich liebe das ja! Menü

Aber es ist Brassel, ich habe alle Hände voll zu tun, immer die Angst im Nacken, trotz gegengecheckter Listen und Handyerinnerungen, eine wichtige Zutat vergessen zu haben.

Eingekauft habe ich natürlich schon Donnerstag, Freitag, aber das Frischeste natürlich am Samstag und dann geht es an die Vorbereitungen. Aufgeregt bin ich selbstverständlich auch jedes Mal und das zeigt sich immer wieder in einem anderen kleinen Fail.

Letzten Samstag bestand dieser darin, dass ich das Besteck verkehrt herum gedeckt hatte, was erst auffiel, als alle zu Gabel und Messer statt zu Messer und Gabel griffen. Na, es hätte schlimmer sein können. Puh. Die Tafel vorher Am Samstag hatte ich alte und neue Freundinnen, alte und neue Bekannte, fremde Gesichter UND mitgebrachte Unbekannte an meiner Tafel versammelt, eine bunte und auf den ersten Blick sehr unterschiedliche Truppe mit einer großen Gemeinsamkeit: Kohldampf!

Ich möchte noch erwähnen, dass ich meine Quote männlicher Gäste verdoppeln konnte und von einem auf zwei gesteigert habe, was ich als einen großen Fortschritt empfinde 😉

Ebenfalls ist es eine Weiterentwicklung, wenn sich ein absoluter Nichtveganer in meine Küche verirrt. Dies kommt eigentlich nur vor, wenn er mitgebracht wird, ich werde mal überlegen, ob ich das ins Konzept einbinde, „bring einen Omni“ oder so ähnlich, denn ich möchte doch ALLE erreichen! Als Fremde kommen, als Neugierige futtern, als Freunde gehen – so ungefähr könnte man beschreiben, wie sich solche Abende meistens entwickeln und ich muss sagen, genau das liebe ich.

Ich fühle mich als Gastgeberin nicht nur für das Essen, sondern auch für das Wohlbefinden meiner Gäste verantwortlich, und wenn ich dann feststelle, dass es allen gut geht, macht mich das total glücklich.

Wolltet ihr noch etwas übers Essen lesen? Ach so.

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Also wir starteten mit einem Green Smoothie Shot aus Banane, Spinat, Ingwer, Apfel, Matcha und einem Stängel Minze.

Dann gab es die Vorspeise, ein bunter gemischter Salat mit einem Avocadodressing.

So langsam tauten alle auf, tauschten sich aus, es wurden Wohnorte erfragt und Bahnverbindungen hinterfragt und erzählt, während ich unterdessen das samtige Hummussüppchen servierte.

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Ich habe dieses Rezept von Gourmet Guerilla bei Pinterest entdeckt und war als großer Hummusfan direkt neugierig. Hummus als Suppe? Wir waren uns alle einig, ja, das geht gut!

Die ersten Raucher gingen in die Raucherpause und ich bastelte derweil meine Polentaburger mit hausgemachter Mayo und hausgemachter BBQ-Sauce zusammen.

Hier war ich wohl auch ein bisschen aufgeregt, denn am nächsten Morgen fanden sich noch die dafür bestimmten Tomaten auf meiner Fensterbank…

Mittlerweile waren wir eine lustige Tischrunde, quatschten über Gott, Thermomix und die Welt, und der Kater, den wir zwischendurch panisch suchen mussten, weil die Wohnungstüre versehentlich offen stand, war doch nur schlaftrunken im Wohnzimmer (hat seine Chance verpasst, der Depp)

…und so machten wir uns nun über die Burger her. Ich war auf einmal ein bisschen unsicher, ob meine Idee mit dem Polentabrötchen wirklich so gut war, wie ich sie selber fand, ob die BBQ Sauce nicht doch zu scharf…. oder…. nein, alles gut.

Als mein „schwierigster“ Gast, der mitgebrachte Nichtveganer, dann sagte, dies sei der leckerste Burger, den er je gegessen habe, ging mir das Herz auf. Was für ein Kompliment! Genau DAS ist es, genau das ist mein Credo: Ein leckeres Essen sagt mehr als tausend Belehrungen!!!

Stephan, hierfür bist du mein Star dieses Abends!!! Polentaburger 3

Die Stimmung wurde immer besser (kleine Randinfo, ich glaube, es wurde noch an keinem Abend so viel Wein getrunken) und das Dessert fehlte noch (nach der Zigarettenpause Nummer 2).

Hier hatte ich auch etwas Bammel – würde den anderen Carob genau so gut schmecken wie mir neuerdings? Schliesslich mochte ich es auch ganz lange nicht.

Was soll ich sagen, es ist nichts übrig geblieben, ausser eine satte, zufriedene und inzwischen sehr fröhliche Runde großartiger Gäste!

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Photocredits: Pic by Doreen Köstler

Mich machen diese Abende sehr, sehr glücklich. Ist es nicht das Schönste, tun zu können, was man liebt, für Menschen, die das erfreut und die es zu schätzen wissen, und dafür noch einen schönen Abend zu verbringen?

Ich gehe an diesen Tagen immer ganz beseelt ins Bett und habe schon wieder ganz viele Ideen fürs nächste Mal.

Vielen Dank an meine großartige Gäste vom 21.3.2015 und an alle anderen großartigen Gäste von all den anderen Samstagen.

Ich freue mich über euer Feedback! Tolle Gäste

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12 Kommentare zu “Der Veganski Dinner – Smoothie, Burger und Mousse au Carob – März 2015

  1. Hach. ❤ Schöner kann man diesen wunderbaren Abend gar nicht in Worte fassen. Tolle Gerichte – mit Liebe ausgewählt, gekocht und serviert. Tolle Gäste, die wunderbar miteinander harmonieren, mit denen man herzlich lachen (und nein, das lag definitiv nicht am Wein) und auch ernst reden kann. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon wie Bolle aufs nächste Mal.

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    • Hach, Dori! Ich gebe dir Recht, man kann nicht alles auf den Wein schieben 😉 ich freue mich jedes Mal, was für großartige Runden aus bunt zusammengemixten Gästen entstehen können! Bis zum nächsten Mal und danke fürs Fotografieren!

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  2. Der Abend und die Runde war grossartig mit viel Wein indeed :-), aber vor allem sehr leckerem Essen und vielen neuen Ideen zum nachkochen und ausprobieren. Die Polentabrötchen waren eine super Idee und das Carob-Mousse sensationell. Freue mich schon aufs nächste mal!

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    • Lieber Carsten, ich bin ja froh, dass du dich gegen uns Quasselstrippen noch durchsetzen konntest – was wäre uns sonst entgangen 🙂 Freue mich sehr, dass es dir auch geschmeckt hat und begrüße dich sehr gerne wieder in Meier Wohnküche, nicht nur wegen der Quote 😉

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  3. Wie??? Es gab auch Wein??? Das habe ich wegen der dauerhaften Geschmacksexplosion wohl gar nicht mitbekommen 😉 Liebe Anja, liebe Dinner-Gäste, es war ein ganz toller Abend mit Euch!!! Passte wie Faust aufs Auge. Gerne wieder ❤

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  4. Beim Lesen des Blogeintrags musste ich oft lachen. Es fühlt sich glatt so an, als wäre es erst gestern gewesen – dabei war’s schon vorgestern. Was für ein herrlicher Abend! Inzwischen gehöre ich ja zu den Wiederholungstätern, da „schon“ zum zweiten Mal dabei … Und: Ich würd’s jederzeit wieder tun. Anja zaubert einfach immer wieder etwas Neues und Köstliches (teils mit Unterstützung von Mister T). Und das in einer supergemütlichen und entspannten Atmosphäre. Ein großes Dankeschön für einen einmaligen und lustig-leckeren Abend, zu dem ich – wenn ich denn nochmal kommen darf – beim nächsten Mal einen dieser ominösen Omnis mitbringen würde. 🙂

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  5. Ich war zum allerersten Mal bei einem Wohnzimmerdinner dabei und habe es absolut nicht bereut. ❤ Super nette Gastgeberin, sensationelles Essen und ein restlos begeisterter Omni an meiner Seite, den ich in Zukunft auch noch öfter vegan bekochen darf 🙂
    Liebe Anja, ich habe großen Respekt vor deiner Leistung und bewundere dich dafür, dass du trotz des raffinierten Menüs so locker und entspannt geblieben bist. Wenn ich für 8 Leute kochen müsste, würde ich wahrscheinlich komplett durchdrehen 😉 Hoffentlich können Stephan und ich bald wieder mal dabei sein. 🙂

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    • Liebe Shari, danke für dieses große Lob ❤ ich freue mich total, dass dein restlos begeisterter Omni noch Nachwirkungen spürt und weiter probierfreudig bleibt. Ich freue mich auch, dass ich entspannt gewirkt habe, was ich bestimmt nicht die ganze Zeit war 😉
      Ganz toll, dass ihr da wart und gerne begrüße ich euch wieder in meiner Wohnküche, würde mich sehr freuen! Liebe Grüße an euch beide!

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